Mai 2009


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Mit Verfrühung mussten Hannes und ich unseren Flug in das Königreich antreten, also ging es schon am Dienstag, dem 19.05. los. Aus dem Flugzeug ausgestiegen, sind wir erst einmal auf eine Wand aus schwülwarmer Luft gestoßen. Es war so heiß, nur die paar Stufen aus dem Flieger und wir waren in Schweiß gebadet. CIMG8427 [Desktop Auflösung]Nachdem wir den Schweinegrippetest überstanden haben ging es los mit dem Van zu unserer Unterkunft. CIMG8444 [Desktop Auflösung]Als erstes sind uns die Straßenverhältnisse und die Zustände der Autos aufgefallen, so etwas wie einen TÜV oder maximal Passagieranzahlen gibt es hier nicht, womit sich auch erklärt, dass Innerorts 40 km/h und außerorts maximal 65 km/h gefahren werden darf. Angekommen haben wir uns erst einmal ins Bett gehauen.

CIMG8474 [Desktop Auflösung]CIMG8490 [Desktop Auflösung]Am Mittwoch ging es dann auf Erkundungstour der Hauptstadt, Nuku´alofa, nach circa zwei Stunden war dies auch vollbracht. Eine Bank hat uns zum hinsetzen und relaxen angeregt, also haben wir das getan. Die Freundlichkeit der Tonganer ist schon sehr beeindruckend, drei Leute haben mit dem Auto angehalten und uns gefragt ob alles klar ist. Tonga hat um die 100.000 Einwohner, die jedoch auf unzählige Inseln verteilt sind. Im Supermarkt herrschen europäische Preise, doch auf dem Markt bekommt man alles zum Spotpreis, zum Beispiel eine große Wassermelone für 60 Cent oder mehr Bananen als man essen kann für einen Euro.

CIMG8499 [Desktop Auflösung]CIMG8514 [Desktop Auflösung]Am Donnerstag ging es dann auf eine der vorgelagerten Inseln, Pangaimotu. Traumhaft, einfach nur Traumhaft. Der Strand, die Palmen, einfach paradiesisch. Aber Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte.

CIMG8541 [Desktop Auflösung]P5213711 [Desktop Auflösung]Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft haben wir einfach getrampt, es hat auch gleich einer mit einem kleinen LKW angehalten und wir sind einfach auf die Ladefläche gesprungen. Das ist purer Tongan Lifestyle, man sieht immer einmal Autos herumfahren mit mehr Leuten besetzt, als man zählen kann und andere, bei denen man erstaunt ist, dass sie noch fahren können. Die Geräusche, die die Fahrzeuge von sich geben sind auch sehr Besorgniserregend. Freitags ging es dann auf eine Inseltour auf der Hauptinsel Tongatapu. Also das ist schon beeindruckend, wie die Menschen hier Leben, erstmal gibt es in jedem Dorf mindestens zwei Kirchen, was ja schon wichtig ist.

P5213731 [Desktop Auflösung]P5213734 [Desktop Auflösung] Jeder Tonganer bekommt zu seinem 18tem Geburtstag ein Stück Land, wo er wirtschaften kann. Diese Flächen sehen aus wie Urwald, aber es sollen tatsächlich Felder sein, absolut umwerfend, alles in Handarbeit. Und überall Palmen mit noch mehr Kokosnüssen, zu viele um sie zu nutzen. Die Strände auf der Hauptinsel sind nicht so beeindrucken, dafür gibt es aber Bäume voll mit Fledermäusen und die Blowholes, dies sind Felsformationen in denen sich die Wellen brechen und das Wasser hoch in die Luft katapultieren.P5213791 [Desktop Auflösung] Tonga ist überfüllt mit Wilden Hunden und Schweinen, was echt ein Problem ist. Einer, der sich mit uns die Unterkunft geteilt hat, hat erzählt, dass er an einem Tag von zwei Hunden, während seiner Fahrradtour, gejagt wurden ist.P5213802 [Desktop Auflösung] Wir haben zum Glück noch alle Gliedmaßen. Sonnabends ging es dann wieder ins Paradies, auf Fafa, das ist auch eine vorgelagerte Insel. Diese ist jedoch noch ein bisschen deluxer und das wichtigste, ohne Hunde!

P5213841 [Desktop Auflösung]Abends hatten wir dann Kava, dass ist das Nationalgetränk Tongas. P5213852 [Desktop Auflösung]Es ist die Wurzel aus einem Pfeffergewächs zu so etwas wie Mehl verarbeitet und dann das Pulver in Wasser verdünnt. Es führt zu leichter Euphorie und Gesprächigkeit, außerdem hat man einen guten Schlaf und fühlt sich entspannt. Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass die Tonganer so langsam und langweilig sind. Übrigens dürfen Tonganer nicht dafür bestraft werden, wenn sie am Folgetag nicht zu Arbeit kommen. Wir haben auf jeden Fall am Sonntag direkt bis um zwei geschlafen, aber da das Wetter eh nicht so gut war ist es nicht so schlimm gewesen. Am Montag sind wir dann mit der Fähre auf eine andere größere Insel geschippert.

P5233919 [Desktop Auflösung]P5233927 [Desktop Auflösung]Eua hieß die Insel, auf der wir bis Mittwochmorgen waren, da das Wetter aber nicht so toll war ist es nicht ganz so schön gewesen. Mittwoch und Donnerstag war das Wetter aber wieder Traumhaft, weswegen wir die ganzen Tage auf Pangaimotu verbracht haben. Schnorcheln, lesen, entspannen, das war ein Leben. Die Unterwasserwelt war auch echt beeindrucken mit den Korallen und den vielen unzähligen Fischen.

P5233936 [Desktop Auflösung]P5233948 [Desktop Auflösung]Am Donnerstag war unerwartet ein Feiertag, weil ein neues Parlament eröffnet wurde. Ganz Tonga war auf den Beinen und alle sind marschiert. Nie zuvor hat man so viele Menschen in Nuku´alofa gesehen. Es war ein schöner Urlaub und jetzt ist es nur noch ein Monat bis ich wieder in Deutschland bin… Juhu!!!P5284015 [Desktop Auflösung]P5273959 [Desktop Auflösung]

Bis bald!!!P5283992 [Desktop Auflösung]

Also am Mittwochmorgen sind Hannes und ich Richtung Norden aufgebrochen. In der Bay of Islands haben wir einen kleinen Zwischenstop eingelegt.CIMG8156 [Desktop Auflösung]CIMG8163 [Desktop Auflösung] Danach sind wir an einer schönen Küstenstraße weiter Richtung Cape Reinga gefahren. Ca. 50km vor dem Cape haben wir geschlafen und haben am nächsten Morgen dann noch die letzten Kilometer hinter uns gebracht. Am Cape Reinga angekommen war voll schlechtes Wetter, doch 10 Minuten später war fast keine Wolke mehr zu sehen. Da sieht man mal wieder, wie schnell sich das Wetter in Neuseeland ändern kann.CIMG8220 [Desktop Auflösung] CIMG8191 [Desktop Auflösung] Ein bisschen Südlicher gibt es gigantische Dünen, die Te Paki Sand Dunes.CIMG8222 [Desktop Auflösung]CIMG8229 [Desktop Auflösung] Hier haben wir unsere Sandboardingkünste verbessert, wobei es aber auch manchmal sehr wehgetan hat. Von den Dünen aus kann man durch einen Fluss fahren, um zum Ninety Mile Beach zu kommen. Das ist ein Strand an dem man mit dem Auto 100km/h fahren darf.CIMG8244 [Desktop Auflösung] CIMG8263 [Desktop Auflösung]Das macht vielleicht einen Spaß, voll cool. Als wir den Fluss entlang gefahren sind stand da ein Schild: „Es gehen jedes Jahr viele Autos am Ninety Mile Beach verloren, geben sie Acht!“. So nach ein paar Kilometern waren ein paar Felsen auf dem Strand, also mussten wir stoppen. Ein paar Busse kamen vorbei gefahren, die einfach durch den Ozean gefahren sind, sie haben uns jedoch den Tipp gegeben, dass wir einfach eine Stunde warten können und dann Ebbe ist, dann können wir einfach um die Steine fahren. Nach einer halben Stunde kam ein kleiner SUV, der ohne Probleme durch das Wasser gefahren ist. Und wie haben trotzdem noch gewartet. Dann haben wir uns gedacht, so jetzt schaffen wir es auch und sind es angegangen, die tiefste Stelle überwunden ist der Motor abgesoffen, wir dachten wir können ihn einfach wieder anmachen, was aber nicht ging. CIMG8269 [Desktop Auflösung]CIMG8270 [Desktop Auflösung]Da es jedoch immer Phasen gibt, wo auch wieder größere Wellen kommen hatten wir Zeitruck, aber er wollte und wollte nicht wieder anspringen. Die Wellen kamen und das Auto sank Zentimeter für Zentimeter mehr in den Sand ein. Dann hatten wir den Motor endlich wieder gestartet, aber sobald wir einen Gang einlegten ist er wieder abgesoffen. Nach ein paar Minuten ging endlich auch ein Gang einzulegen, aber die Räder drehten durch. Wir opferten alles, Fußmatten, Boggyboards, die wir unters Auto legten, und etliches mehr, aber wir bekamen einfach keinen Grip und fuhren uns immer weiter ein. Nach einem weiteren Versuch drehte ich durch! Kein Handyempfang, kein Mensch, kein Auto weit und breit und unser Auto wurde immer weiter eingegraben. Kurzerhand entschloss ich mich Hilfe zu holen. Nur mit Badehose und T-Shirt, also ohne Schuhe und Handy bin ich losgerannt. Da ich mir sicher war, dass ich auf einem 90 Meilen langen Strand nicht weit komme, bin ich in eine Ausfahrt des Strandes gerannt. CIMG8384 [Desktop Auflösung]Eine Schotterstraße, ohne Schuhe!!!, das war der Tod. Die ganze Zeit in der Hoffnung, dass bei Hannes jemand vorbeifährt und ihm Hilft, was jedoch nicht sicher war bin ich gerannt. Irgendwann habe ich meine Füße nicht mehr gespürt. Hoffend, dass hinter der nächsten Kurve ein Haus ist oder mir ein Auto entgegen kommt, was jedoch niemals passiert ist, bin ich gerannt. Ein Dach gesehen, hatte ich wieder Hoffnung, aber es war nur eine Scheune. Nach ca. einer Stunde, aber gefühlten drei Stunden  sah ich aus der Ferne eine geschlossene Schranke auf der Straße und bin fast verzweifelt. Aber doch bin ich weiter gerannt und neben der Schranke im Wald war ein Haus! Voll verzweifelt habe ich unser Problem geschildert. Als Antwort bekam ich, das ist aber ein schöner Tag zum laufen! Jedoch hatten sie einen Jeep und waren zum helfen bereit. Als wir am Strand ankamen ging schon fast die Sonne unter, die ganze Zeit kam niemand bei Hannes vorbei, aber zum Glück war die Ebbe eingetreten. Unser Auto stand nicht mehr auf den Rädern sondern auf dem Unterboden, aber der Motor ist die ganze Zeit durchgelaufen, was sehr sehr wichtig war um einen Wasserschaden zu vermeiden. Hannes hatte sogar einen Damm gebaut, um das Auto vor der kleinsten Welle zu  schützen. Und mit einem Ruck haben sie uns herausgezogen. Voll mit Adrenalin haben wir den kürzesten Weg vom Strand genommen und uns eigentlich schon entschlossen  wieder Heim zu fahren. CIMG8303 [Desktop Auflösung]CIMG8319 [Desktop Auflösung]Doch da das Wetter so gut war haben wir in der Bay of Island in einem Backpackers geschlafen, wo wir uns schön in den Spa Pool gesetzt und entspannt haben. Am nächsten Morgen haben wir noch an einer Bootsrundfahrt teilgenommen. Das Wetter war wieder herrlich und wir haben Delphine, sogar Orkas gesehen.CIMG8324 [Desktop Auflösung]CIMG8355 [Desktop Auflösung] Danach sind wir dann aber auch wieder nach Auckland gefahren. Im Nachhinein waren das echt die Emotionalsten und aufregendsten Tage meines Lebens. Und ich bin immer noch am Verdauen. So jetzt sind es nicht mal mehr zwei Monate und ich komme wieder…

cimg7850-desktop-auflosungSo wir sind wieder zurück von unserem Urlaub, es war aber auch wieder ein cooler. So letzten Mittwoch sind wir also Richtung Süden gefahren, zum Surfhighway. Auf dem Weg dort hin war hab ich erstmal meine Hilfsbereitschaft gezeigt und hielt für einen der mit seinem Auto liegen geblieben ist an. Der hat dann unseren halben Vorrat an Wasser in seinen Kühlflüssigkeitsbehälter gekippt und war zufrieden. Weiter ging es nach New Plymouth, was sozusagen den nördlichen Start des Surfhighways darstellt. Am selbem Tag sind wir noch die Wellen herunter geritten.cimg7878-desktop-auflosung Sonnenuntergangssurfen hat schon was. Nachdem wir uns schön unsere 500 Gramm Pasta, wie jeden Abend gemacht haben sind wir schlafen gegangen. Der einzige Nachteil, wenn man in Neuseeland nicht im Sommer herumreist ist, dass die Sonne halt schon um 6 untergeht. Donnerstag stand wieder surfen auf dem Plan, danach haben wir uns New Plymouth ein bisschen genauer angeschaut und sind weiter Richtung Süden gefahren. Der Mount Taranaki, ein erloschener Vulkan, ist wie der Mittelpunkt eines Halbkreises um, was den Surfhighway 45 darstellt. Weiter Richtung Süden fast bei Opunake haben wir unser Nachtlager fertig gemacht und danach mit drei Amerikanern ein schönes übermannsgroßes Lagerfeuer am Strand genossen.

cimg7897-desktop-auflosungcimg7917-desktop-auflosungHier stellten wir auch fest, dass unser rechtes Vorderrat fast kein Profil mehr hatte, cimg7948-desktop-auflosungalso haben wir uns auf die Suche nach einem neuem Reifen gemachtcimg7969-desktop-auflosung. In Whanganui war es dann endlich soweit, ein gebrauchter im gutem Zustand. Beim Wechseln kam ein kleiner Laster angerast und ist voll über Hannes sein Surfboard gefahren, kein einziger Kratzer. Keine Ahnung was der fürn Mehl hatte. Am Sonnabend ging es dann nach Wellington, die Hauptstadt. Hier war nicht so ein tolles Wetter. Es war gerade Anzac Day (Der 25. April ist der Jahrestag der ersten Militäraktion von australischen und neuseeländischen Truppen sowie Soldaten aus Tonga im Ersten Weltkrieg – der Landung auf Gallipoli im Jahr 1915.), was hier ein öffentlicher Feiertag ist, also war auch dementsprechend was los, mit marschierendem Militär und so weiter. cimg8018-desktop-auflosungWo wir die ganze Zeit den Sonnenuntergang von Neuseeland sehen haben wir uns gedacht wir müssen auch mal schauen ob sie auch irgendwo aufgeht und sind an die Ostküste gefahren. cimg8065-desktop-auflosungAm Sonntagabend haben wir uns ein schönes Plätzchen zum schlafen gesucht, in der Nähe von Napier, am Ocean Beach haben wir dann auch eins gefunden. Am Montagmorgen ging es dann auch schon weiter nach Gisborne. Von dem Augenblick an haben wir uns voll aufs Surfen bzw. Boogyboarden konzentriert, und das Wetter war auch einfach immer Perfekt dafür. Am Mittwoch sind wir dann wieder Richtung Auckland aufgebrochen und haben in Taurnga noch einmal das Meer unsicher gemacht. Dort waren die größten Wellen, bei denen wir jemals gesurft sind. Und am Abend kamen wir wieder an. Eine Sache ist noch zu sagen, wir haben jeden Abend die Sterne angeschaut, der Himmel, hier am anderen Ende der Welt, ist viel beeindruckender. So nun sind es noch zwei Monate bis Deutschland mich wieder hat.cimg8097-desktop-auflosungcimg8082-desktop-auflosung